Oldiefreunde Pfronten
Oldiefreunde Pfronten

 

Das unverhoffte Überraschungs-Ei !

Unsere Oldiefreunde Ausfahrt Chiemsee-Museumina 10.-11.09.2016

Nach langem Warten auf das nahende Ende der Sommerferien für eine staufreie, zweite Ausfahrt  im Jahr, startete unser Oldie Tross am Samstagmorgen von Pfronten. Nach Einsammeln von Brigitte und Detlef in Steingaden, fuhren 13 Oldiefreunde* in 7 Oldtimern über Saulgau, Ettal, tunnelfrei nach Garmisch und weiter nach Wallgau mit erster Einkehr beim Hotel Post, der Familie von Biathlon Olympiasiegerin Magdalena Neuner. Es tat so gut, auf der Hotelterrasse die Hände am Kaffeehaferl zu wärmen.

 

Vor der Weiterfahrt wurden noch die Cabrio Dächer versengt, um die mautpflichtige Passage über Vorderriss, am Sylvensteinsee entlang zum Achenpass und weiter Richtung Tegernsee bei Sonnenschein voll genießen zu können.

 

Kurz vor dem See ging es rechts ab auf die mautpflichtige Wallbergstraße. Nach serpentinigem Aufstieg zur Wallbergmoos Alm waren die Parkplätze immerhin mautlos. Der Eintritt in den Almgarten kostete uns ein „Grüß Gott“. Die Pause mit Tagesschmankerln und Panoramablick auf 1120 m Höhe war Entspannung pur. Norberts unwiderrufliches Aufbruchssignal kam gefühlt viel zu früh.

 

Nach dem Alm Abstieg verschluckte uns Rottach-Egern mit seinem samstäglich stehenden Verkehr, der wohl zu Stauerbekanntschaften einladen sollte. Also haben wir auf eingehender Ortsrundfahrt so lange mitgestaut bis wir endlich den richtigen Ausgang vom Ort zur romantisch schmalen – wen wundert’s - Mautstraße  ins Valepptal mit Ziel Spitzingsee gefunden hatten. Unterwegs lernten wir eine für uns Allgäuer bisher unbekannte Art Lebewesen kennen: Wir konnten den Auftritt Bajuwarischer Radikalradler bestaunen, die uns mit Schei...hausparolen anfeuerten, mal langsamer, schneller, mehr rechts, links oder gleich in den Graben zu fahren. Dabei hatten die gar nicht bezahlt!

Norberts Überraschungs-Ei folgte kurz danach in Form eines Schildes, dass uns auf den nächsten 2 km die Weiterfahrt durch ein Landschaftsschutzgebiet vom Valepptal zum Spitzingsee einfach untersagte. In einer eilends einberufenen Oldie Versammlung wurden die möglichen Handlungsalternativen beraten:

 

1. Schild ignorieren und weiter fahren                                                                                                         2. Schild abbauen und verschwinden lassen                                                                                              3. Rückfahrt auf Radikalradlerweg

 

Bertl war der Einzige, der wusste wo der Most geholt wird. Er rechnete uns vor, dass sich der Strafzettel für jeden erwischten Fahrer bei verbotener Durchfahrt nach § 41 StVO von 15

Euro auf bis zu 2.500 Euro bei Befahren eines Landschaftsschutzgebietes erhöhen könnte. Das hätte die Oldies 20.000 Euro kosten können, Beifahrer nicht mitgerechnet. Wegen der blassen Nasen bei diesem Betrag, wurde die gesetzestreue Rückfahrt beschlossen. Immerhin positiv: Es fiel keine Rückkehrmaut an. Später haben wir dann herausgefunden, dass im Falk Routenplaner auf der gesperrten Straße vier seltsame rote Kreuze eingezeichnet waren, die wohl jemand fälschlich für Andreaskreuze gehalten haben musste.

Also zurück und noch einmal durch Rottach-Egern über Miesbach zum Ziel Bad Feilnbach. Hundehalter zogen beim Pfeiffenthaler, haustierfreie Oldies beim Kistler Wirt ein. Kurz danach Weiterfahrt auf kürzestem Weg zum nächsten Termin am Nachmittag, zu dem auch Rudi auf seinem Rückweg aus Tschechien kommen wollte. Ein paar Kilometer hinter Bad Feilnbach wurden wir in, um und durch Rosenheim vom Verkehr regelrecht aufgesogen. Wie durch ein Hackwerk wurde unsere Oldie Kolonne an ampelgeregelten Abzweigungen, mehrspurigen Umgehungs- und Schnellstraßen zerteilt und hinter der Stadt wieder ausgeworfen. Nach 20 km am Ziel in Amerang, war der Schwund mit 40% selbst für Oldie Verhältnisse erheblich. Drei Nachzügler trafen, mit Hilfe wegweisender Einheimischer, verspätet bei uns ein. Unser Schmankerl des Tages war das EFA Museum Amerang mit 100 Jahre Automobilgeschichte. Das private Automuseum zeigt mehr als 220 Deutsche Autolegenden von BB’s Motorwagen (Du Schlingel: Bertha Benz, nicht Brigitte Bardot) über wertvollste Vorkriegsveteranen bis hin zu Fuldamobil, Janus, Isetta und Co. Unser engagierter Museumsführer verstand es, mit Fachwissen zur Automobilgeschichte, lebendigen Geschichtchen und spannenden Legenden so zu fesseln, so dass am Ende ein tolles Erlebnis zum Aufbrauchen im kommenden Winter herauskam.

Auf der Rückfahrt nach Bad Feilnbach führte unsere Fahrt, gewollt oder ungewollt, nicht zum Chiemsee. Der war nicht zu sehen, nicht mal zu riechen oder gar zu erahnen. Welcher Spaßvogel hat unsere Ausfahrt denn nur Chiemsee(!)-Museum…dingsda getauft, wo es doch gar keinen Chiemsee gab?

 

 

An diesem Abend saßen wir noch lange im Biergarten beim Kistlerwirt und vergnügten uns mit gepflegtem Essen, Geschichten zu den bestandenen Abenteuern des Tages und einem gerüttelt Maß an geistigen Getränken.

Am Sonntag blieb uns die Heimfahrt. Hinter Miesbach ging es beschaulich auf putzigen Nebenstraßen solange weiter, bis mehrere Umleitungen in Kirchbichl uns keinen Ausweg mehr ließen, als ungewollt ungeplant Bad Tölz zu durchfahren. Trotzdem ging uns die Fährte zur nächsten Biergarteneinkehr im Hohenkastener Gasthof Josef Mayr nicht verloren. Bei dem bodenständigen Familienbetrieb, musste das Essen in der Küche geholt und über die Straße in den Biergarten jongliert werden. Zum Schluss funkte uns Müller‘s Norbert, dass Rosi und er uns gerne noch zu einem Cappuccino nach Weilheim einladen wollten. Diese Einladung konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So fand unsere Ausfahrt in ihrem gemütlichen Garten einen genussvollen Ausklang, jeder mit seinem Wunschkaffee.

 

 

Fazit nach 2 sonnigen Ausfahrttagen: Die Karawane zieht weiter, sucht eine neue Oase, mal sehen, wann und wo sie sich wieder trifft.

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